Sportplatzwelt MAGAZIN | Ausgabe Nr. 1/2026
SPORTPOLITIK
Inwieweit sollte Sport als „weicher Standortfaktor“ stär ker in strategische Stadtent wicklungsprozesse integriert werden? Welche Rolle spielen hierbei niedrigschwellige Sport angebote und öffentliche Frei räume für Bewegung und Sport? Siegel: Sport und Bewegung sind mehr als Freizeitangebote – sie sind ein relevanter Standort faktor. Wenn Städte Sport- und Bewegungsräume konsequent in ihre strategische Entwick lung einbeziehen, profitieren Lebensqualität, Gesundheit, sozialer Zusammenhalt und die Attraktivität der Quartiere gleichermaßen. Genau darin liegt ein wichtiger Schlüssel für zukunftsfähige Kommunen. Ein zentraler Bezugspunkt ist dabei das „15 Minuten
Sportveranstaltungen so auszu richten, dass Umweltaspekte und soziale Teilhabe Berück sichtigung finden, ohne kleine Vereine wirtschaftlich und or ganisatorisch zu überfordern? Siegel: Nachhaltigkeit um fasst für den DOSB ökologische, soziale und wirtschaftliche As pekte gleichermaßen. Gera de bei kleineren, regionalen Sportveranstaltungen ist es daher entscheidend, prakti kable Lösungen anzubieten, die Umweltaspekte und soziale Teilhabe berücksichtigen, ohne Vereine organisatorisch oder finanziell zu überfordern. Ein zentraler Unterstüt zungsbaustein ist dabei das Webportal „www.nachhaltige sportveranstaltungen.de“, das der DOSB gemeinsam mit der
Bild: DOSB
Ziel“ der DOSB-Strategie 2035: Alle Menschen sollen wohnortnah – ide alerweise innerhalb von 15 Minuten – Zugang zu modernen und attrakti ven Sport und Bewegungsangeboten haben. Dieses Ziel unterstreicht, dass Sportinfrastruktur nicht nachrangig, sondern als Teil der Daseinsvorsorge gedacht werden muss und frühzeitig in Stadt , Quartiers und Mobilitäts konzepte einzubeziehen ist.
wichtigen Beitrag zur gesundheitlichen Prävention, zur sozialen Integration und zur Belebung von Quartieren. Eine integrierte Stadtentwicklung, in der Sport- und Bewegungsräume sys tematisch mitgedacht werden, ist eine zentrale Voraussetzung für lebenswerte, inklusive und resiliente Städte – ganz im Sinne der „Strategie 2035“. Gleichzeitig zeigt sich eine struk turelle Herausforderung: Sport ge hört kommunal zu den freiwilligen Aufgaben. In einer idealen Situation hätte die Förderung von Sport und Bewegung einen höheren verbindli chen Stellenwert in der kommunalen Daseinsvorsorge. In der Praxis stehen viele Kommunen jedoch bereits bei ihren Pflichtaufgaben unter erheb lichem finanziellem Druck. Umso wichtiger ist es, Sport- und Bewe gungsräume frühzeitig in Stadt- und Infrastrukturplanung einzubeziehen und langfristig mitzudenken. Nachhaltigkeit betrifft sowohl ökolo gische als auch soziale und wirtschaft liche Dimensionen gleichermaßen. Wie unterstützt der DOSB Kommunen und Vereine dabei, auch kleinere, regionale
Deutschen Sporthochschule Köln und dem Öko-Institut entwickelt hat. Die Plattform richtet sich nicht nur an Ver anstalter von Megaevents, sondern ausdrücklich auch an ehrenamtlich organisierte (kleinere) Vereine und Kommunen. Sie bietet eine praxis nahe Orientierung für die nachhal tige Planung und Durchführung von Sportveranstaltungen. Entlang von fünf Transformationsbereichen – Gesell schaft, Klima, Ressourcen, Natur und Wirtschaft – und 17 konkreten Hand lungsfeldern, etwa Mobilität, Energie, Abfall, Barrierefreiheit, Vielfalt und Kostenstabilität, werden Sportvereine Schritt für Schritt unterstützt. Das Portal stellt unter anderem Checklisten, Good-Practice-Beispiele und interaktive Tools zur Verfügung, mit denen Vereine ihren Planungs stand überprüfen, Maßnahmen prio risieren und Wirkungen einschätzen können. Ziel ist es, Nachhaltigkeit modular und realistisch in den Verein salltag zu integrieren. So schaffen wir einen Rahmen, in dem auch kleinere Veranstaltungen nachhaltig, sozial und wirtschaftlich tragfähig umge setzt werden können.
BARRIERE- FREIHEIT WURDE HÄUFIG NACHRANGIG BEHANDELT
Besondere Bedeutung haben da bei niedrigschwellige Sportangebote sowie öffentliche Freiräume für Be wegung und Sport. Sie ermöglichen kostenfreie, informelle und altersun abhängige Bewegung, erreichen neue Zielgruppen und ergänzen den Ver einssport sinnvoll. Gerade in verdichte ten urbanen Räumen leisten sie einen
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