Sportplatzwelt MAGAZIN | Ausgabe Nr. 1/2026

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1/2026

BREITENSPORT | VEREINSMANAGEMENT | SPORTSTÄTTEN | NACHHALTIGKEIT | DIGITALISIERUNG | FÖRDERUNG | BRANCHEN-NEWS

DIE SPORTMILLIARDE Die Rettung für eine marode Sportstättenlandschaft oder nur ein Tropfen auf den heißen Stein?

SPORTAMTSREPORT 2026 Kommunaler Blick auf die Sportmilliarde

VEREINSREPORT 2026 Großsportvereine und die Sportmilliarde

EHRENAMT Die Lage des Ehrenamts und Wege aus der Krise

DIGITALISIERUNG Woran scheitert die Digitalisierung des Breitensports

23. Juni 2026 • Köln

23. Juni 2026 BASE.KÖLN

Sportplatzwelt Vorteilsclub: Ticket für 83,30€ statt 119 € mit dem Code SPW30 1) 1) Gilt für Vereine, Sportämter und Verbände.

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VORWORT

AUFBRUCH IN NEUE ZEITEN

Liebe Leserinnen und Leser,

herzlich willkommen zur ersten Ausgabe unseres neuen „Sportplatzwelt MAGAZIN“ – dem neuen Magazin für Profis im Breitensport! Ab sofort informiert Sie das Sportplatzwelt MAGAZIN viermal jährlich über aktuelle sportpolitische Entwicklungen und liefert tiefgreifende Einblicke in aktuelle Herausforderungen für die deutsche Sportverwaltung und den organisierten Vereinssport. Die Veröffentlichung der Erstausgabe des Sportplatzwelt MAGAZIN ist gleichzeitig der Startschuss für die „neue“ Sport platzwelt: Mit Sportplatzwelt+ erhalten Sie ab sofort nicht nur Zugriff auf alle digitalen Publikationen von Sportplatzwelt, sondern auch Zugang zur neuen Sportplatzwelt-Vorteilsclub, in dem Sie regelmäßig Rabattaktionen und Angebote aus dem Sportplatzwelt-Partnernetzwerk finden. Nun aber zurück zum Wesentlichen: Dem Sport. Mit der bundespolitischen „Sportmilliarde“ investiert der Bund in diesem Jahr so viel in den Breitensport wie lange nicht mehr. Sportplatzwelt hat dies zum Anlass genommen, einen genau en Blick auf den ersten Projektaufruf zum SKS-Programm zu werfen – und auf die von vielen Seiten geäußerte Kritik an der aktuellen Ausgestaltung des Programms. Aber nicht nur infrastrukturell sieht sich der Vereinssport mit Herausforderungen konfrontiert: In dieser Erstausgabe wirft Sportplatzwelt vor allem einen Blick auf den aktuellen Freiwil ligensurvey des Bundes und die aktuelle Lage des Ehrenamts in Deutschland, spricht mit einzelnen Verbänden über deren jüngste Mitgliederentwicklungen und zeigt, welche Hürden der digitalen Transformation im organisierten Breitensport im Weg stehen – und wie sie überwunden werden können.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen!

Lukas Pietsch Redakteur

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www.sportplatzwelt.de

DIE SPORTMILLIARDE Im ersten Projektaufruf zum neuen SKS- Programm investiert der Bund 333 Mio. Euro in den Sport: Die Rettung für eine marode Sportstättenlandschaft oder nur ein Tropfen auf den heißen Stein? 8

16

22

„SPORT UND BEWEGUNG SIND EIN RELEVANTER STANDORTFAKTOR“ Christian Siegel, Ressortleiter „Sportstätten und Umwelt“ beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), im Interview.

„KOMMUNEN BENÖ TIGEN VERLÄSSLICHE RAHMENBEDINGUNGEN“ Die ADS wendet sich in einem offenen Brief an die Bundesregierung – mit teils erheblicher Kritik am aktuellen SKS-Programm.

Insgesamt 5,1 %

23,1 %

61,5 %

10,3 %

5,1 %

28,2 %

61,5 %

5,1 %

Weiblich

5,1 %

29,7 %

59,5 %

5,4 %

Männlich

Kinder und Jugendliche

5,1 %

17,9 %

61,5 %

15,4 %

48

54

80 64 100 48,7 % 7,7 %

Ü60

7,7 %

35,9 %

0

20

40

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„IN TURNIERJAHREN SI GNIFIKANT MEHR MIT GLIEDER GEWONNEN“ Mark Schober, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Handballbunds (DHB), im Interview.

DIE LAGE DES EHRENAMTS

VEREINSREPORT: MITGLIEDER UND EHRENAMT

Rückläufiges Engagement, steigende Anforde rungen an die Qualifizierung von Ehrenamtli chen und ein erhebliches Nachwuchsproblem stellen das deutsche Ehrenamt auf die Probe.

Sportplatzwelt wirft einen Blick auf die Mitglie derentwicklung und die Lage des Ehrenamts in deutschen Großsportvereinen.

30 Vereinsreport 2026: Das sagen die Großsportvereine zur Sportmilliarde

6 SPORTPOLITIK 8 Die Sportmilliarde Die Rettung für eine marode Sportstättenlandschaft oder nur ein Tropfen auf den heißen Stein? 16 „Sportstättenentwicklung und Zukunftsfähigkeit der Vereine sind eng miteinander verknüpft“ Christian Siegel, Ressortleiter „Sportstätten und Umwelt“ beim DOSB, im Interview.

In einer exklusiven Umfrage wirft Sportplatzwelt einen Blick auf die Meinung der Großsportvereine zum SKS-Programm.

32 „Ein guter Grundstein, auf dem aufgebaut werden kann“

Benedikt Ewald, Vorstand Sportentwicklung beim Deutschen Behindertensportverband (DBS), im Interview.

34 Barrierefreiheit: Mehr als Rampen

Öffentliche Sportstätten sollen für jeden auffindbar, zugäng lich und nutzbar sein. Barrierefreiheit steht im Mittelpunkt.

20 „Finanzsituation der Städte hat einen Kipppunkt erreicht“

36 Wie effektiv ist staatliche Sportförderung?

Woran lässt sich der Erfolg staatlicher Breitensportförderung fest machen?

Christian Schuchardt, Geschäftsführer des Städtetags NRW, im Interview.

22 „Kommunen benötigen verlässliche, mehrjährige Rahmenbedingungen“

40 MITGLIEDER & EHRENAMT 42 Deutscher Breitensport so groß wie nie

Die ADS wendet sich in einem offenen Brief an die Bundesre gierung – mit Kritik am aktuellen SKS-Programm.

24 Wenn das Geld nicht reicht …

Nicht alle Sportarten und Altersgruppen konnten vom derzei tigen Boom profitieren.

Sportplatzwelt zeigt, welche zusätzlichen „Geldquellen“ Kom munen anzapfen können, um den Eigenanteil zu senken.

46 „In Turnierjahren signifikant mehr Mitglieder gewonnen“

26 Sportamtsreport 2026: Die Sportmilliarde

In einer exklusiven Umfrage wirft Sportplatzwelt einen Blick auf die Meinung deutscher Sportämter zur Sportmilliarde.

Mark Schober, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Handballbunds (DHB), im Interview.

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2 %

11,2 %

42,9 %

19,4 %

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„EIN GUTER GRUND STEIN, AUF DEM AUFGE Benedikt Ewald, Vorstand Sportentwicklung beim Deutschen Behindertensportverband (DBS), spricht im Interview über Barrierefrei heit und die „Sportmilliarde“. 35

24,5 %

WENN DAS GELD NICHT REICHT …

SPORTAMTSREPORT: DIE SPORTMILLIARDE Sportplatzwelt wirft in einer exklusiven Um frage einen Blick auf die Meinung deutscher Sportämter zum aktuellen SKS-Programm des Bundes.

Sportplatzwelt zeigt, welche zusätzlichen „Geldquellen“ Kommunen anzapfen können, um den Eigenanteil bei staatlich geförderten Sportstätteninvestitionen zu senken.

UMFRAGE: SPONSO RING IM BREITENSPORT Sportplatzwelt-Partner SLC Management wirft in einer aktuellen Umfrage einen Blick auf die Bedeutung und Wahrnehmung von Sponso ren-Aktivitäten im Breitensport. 70

82

92

WORAN SCHEITERT DIE DIGITALISIERUNG? Mit der digitalen Transformation des Brei tensports geht es nur schleppend voran, verschiedene Faktoren können sich hier zur Hürde entwickeln.

DER NACHHALTIGE SPORTVEREIN

Wirklich nachhaltiger Sport funktioniert nur, wenn alle Mitarbeiter und Mitglieder an einem Strang ziehen. Aufgabe des Vereins ist es hier vor allem, zu sensibilisieren.

50 „Urteil wird konkrete Auswirkungen haben“

78 DIGITALISIERUNG 80 Woran scheitert die Digitalisierung?

Anna Danner, Steuerberaterin bei WINHELLER, im Interview zum BFH-Urteil zur Besteuerung von Mitgliedsbeiträgen.

52 Die Lage des Ehrenamts

Mit der Digitalisierung geht es nur schleppend voran, ver schiedene Faktoren können sich hier zur Hürde entwickeln.

Rückläufiges Engagement, steigende Anforderungen und Nachwuchsprobleme stellen das Ehrenamt auf die Probe.

60 „Eine strategische Überlebensfrage“ Frederick Humcke, Vorstand der TG Herford, im Interview über das Projekt „Vereinsheld 2025“. 62 Vereinsreport 2026: Mitglieder und Ehrenamt Teil 2: Sportplatzwelt blickt auf die Mitgliederentwicklung und die Lage des Ehrenamts in deutschen Großsportvereinen.

84 NACHHALTIGKEIT 88 Mit Zusammenhalt und Teilhabe in die Zukunft Mit dem Projekt „Sport schafft Werte“ begleitet TEAM Sport-Bayern Vereine dabei, ihr Miteinander lebendig, demo kratisch und zukunftsfähig zu gestalten. 90 Der nachhaltige Sportverein Wirklich nachhaltiger Sport funktioniert nur, wenn alle Mitar beiter und Mitglieder an einem Strang ziehen.

67 „Wir stärken junge Schiedsrichter“

Christian Knöchel vom VfB Eilenburg spricht im Interview über das innovative Projekt „FAIRpfiffen“.

68 Umfrage: Sponsoring im Breitensport

WEITERE THEMEN 94 Sportplatzwelt-Netzwerk 96 Neu im Netzwerk 98 Magazin-Marktplatz 100 Vorteilsclub 102 Publikationen / Impressum

SLC Management wirft einen Blick auf die Bedeutung und Wahrnehmung von Sponsoren-Aktivitäten im Breitensport.

72 Gemeinnütziger eSport: Chance für den Breitensport?

Kann gemeinnütziger eSport bei der Gewinnung von Mitglie dern und Ehrenamtlichen helfen? 76 Photovoltaik: Endlich Rechtssicherheit für Vereine Das Steueränderungsgesetz 2025 erleichtert gemeinnützi gen Sportvereinen den Betrieb von Photovoltaikanlagen.

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Bild: julialazarova – Freepik.com

SKS-PROGRAMM 21-FACH ÜBERZEICHNET

Die Resonanz auf den ersten Pro jektaufruf zum SKS-Programm war groß: Über 3.600 Interessensbekun dungen gingen beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung ein, das mit der Umsetzung des Bun desprogramms beauftragt ist. Mit einer beantragten Gesamtför dersumme von über 7,5 Mrd. Euro ist der aktuelle Projektaufruf zum neuen SKS-Programm, im Rahmen dessen der Bund 333 Mio. Euro für die Sanie rung und Modernisierung kommunaler Sportstätten bereitstellt, mehr als 21 fach überzeichnet. Einige Großstäd

te haben sich hierbei mit dutzenden Projekten in Millionenhöhe beworben – beispielsweise die Bundeshauptstadt Berlin, die insgesamt 40 Projektanträge mit einem Gesamtvolumen von mehr als 80 Mio. Euro eingereicht hat. Parlamentarische Staatssekretärin Sabine Poschmann: „Die große Nach frage zeigt, dass viele Kommunen ihre Sportstätten fit für die Zukunft machen wollen und die Herausforderungen anpa cken. [...] Mit unserem Bundesprogramm helfen wir den Kommunen dabei, den Sport zu stärken und gleichzeitig etwas für den Klimaschutz zu tun.“

IMMER NOCH KEIN SPOFÖG

Amateur-Fußballspiele ha ben in der vergangenen Sai son 2024/25 in Deutschland stattgefunden – rund 40.000 Spielansetzungen weniger als in der Vorsaison. Gleichzeitig erreichte die Zahl der abge sagten Spiele (120.134) in der vergangenen Saison einen neuen Tiefststand. 1.443.571

SPORTPOLITIK

Nach einigen Anpassungen soll das neue Sportfördergesetz (SpoFöG) noch im 1. Quartal 2026 in einen Kabinett sentwurf übertragen werden. Zentra les Element des neuen Gesetzes ist die Gründung einer Spitzensportagentur, die künftig Förderentscheidungen rund um den Leistungssport treffen soll. Der DOSB kritisierte den Entwurf zuletzt: Der Einfluss des organisierten Sports in der Agentur sei geringer als zunächst vereinbart.

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SPORTPOLITIK

Bild: Sportplatzwelt

Bild: Erich Schmidt Verlag

BAUBRANCHE ERHOLT SICH

Dr. Peter Rohlmann und Andreas Ullmann beleuchten in ihrem neuen Buch „Mein Sportverein – Praxiswis sen für ein erfolgreiches Marketing im Amateur- und Breitensport“ bewährte und innovative Finanzierungswege für den modernen Vereinssport. Das Buch schlägt eine Brücke zwischen Amateur- und Profisport, präsentiert Strategien und effiziente Konzepte u. a. zur Marken identität, Mitgliederaktivierung, Sponso ring, Merchandising und Crowdfunding. BUCH-TIPP DER AUSGABE

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe berichtet von einer po sitiven Entwicklung der Auftragslage: Im Oktober 2025 sind insgesamt 2,4 % mehr Aufträge eingegangen als noch im Oktober 2024. Und auch der Um satz der Baubranche (11,6 Mrd. Euro) ist mit einem Zuwachs von 4,5 % im Vergleich zum Vorjahresmonat deut lich gestiegen. Dabei gesundet aber in erster Linie der Hochbau: Hier steht ein Zuwachs um 8,1 % einer Abnahme von 2,5 % im Tiefbau gegenüber.

Felix Pakleppa, Hauptgeschäfts führer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, ordnet die aktuellen Konjunkturdaten wie folgt ein: „Die Ok tober-Zahlen machen Mut. Aber dieser Aufwärtstrend muss sich verfestigen. Dafür brauchen wir verlässliche Rah menbedingungen: Planbare öffentliche Investitionen, zügige Genehmigungen und weniger Bürokratie. Die Bundes regierung muss die richtigen Weichen stellen, damit aus der Trendwende eine nachhaltige Erholung wird.“

NRW-INFRASTRUKTURGESETZ SOLL VOR ALLEM SCHULEN FÖRDERN

hat sich der französische Staat die Ausrichtung Olym pische und Paralmypischen Spiele 2024 in Paris kosten lassen. Mit München, Ham burg, Berlin und Rhein-Ruhr stehen gleich vier mögliche deutsche Ausrichter in den Startlöchern. Welche Chan cen eine Olympia-Ausrichtung für den Breitensport bietet, klärt Sportplatzwelt in der nächsten Ausgabe. 6,6 MRD. €

Mit dem „NRW-Infrastrukturgesetz 2025 bis 2036“ hat das Land NRW den notwendigen rechtlichen und finanziellen Rahmen gesetzt, um die Verteilung des Sondervermögens In frastruktur zu regeln. In den nächsten 12 Jahren sollen so 31,2 Mrd. Euro investiert werden – 21,3 Mrd. Euro sollen direkt an die Kommunen gehen, 10 Mrd. Euro da von als Pauschalen. Zusätzlich sollen im Umfang von 3,4 Mrd. Euro neue infrastrukturelle Förderprogramme für Kommunen aufgelegt werden.

Die Schwerpunkte des Investi tionsprogramms sind infrastruktu relle Investitionen in Schulen, Kitas und Ganztag (5 Mrd. Euro) und die Verkehrsinfrastruktur. 2 Mrd. Euro sollen in die energetische Sanierung kommunaler Liegenschaften fließen. Themen wie ÖPNV-Struktur und Sport stehen dabei vergleichsweise weit hinten auf der Prioritätenliste. Drei Förderprogramme für kommu nale und vereinseigene Sportanlagen sowie Schwimmbäder (jeweils 200 Mio. Euro) wurden bereits angekündigt.

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DIE SPORTMILLIARDE Mit der „Sportmilliarde“ will die Bundesregierung dem landesweiten Sanierungsstau an kommunalen Sportstätten den Kampf ansagen – eine historische Chance oder nur ein Tropfen auf den heißen Stein?

DIE SPORTMILLIARDE Die Rettung für eine marode Sportstättenlandschaft oder nur ein Tropfen auf den heißen Stein?

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SPORTPOLITIK

Bild: Sportplatzwelt

L angen politischen Ankün digungen folgten im Herbst 2025 endlich Taten: Die Sportmilliarde, stufenweise ausgeschüttet über das Bundesförder programm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (SKS), soll dem Sanie rungsstau an der deutschen Sport stättenlandschaft den Kampf ansagen – auch wenn das schlussendlich zur Verfügung stehende Fördervolumen insgesamt deutlich geringer ausfällt als noch zu Beginn prophezeit: Statt der anfangs geplanten jährlichen „Sport milliarde“ kommt nun eine gestaffelte Finanzierung über die gesamte Legis laturperiode. Auch wenn die „Sport milliarde“ somit weiterhin eines der größten Breitensportförderprogramme des Bundes aller Zeiten ist, bleibt so ein fader Beigeschmack – schlussend lich wird dem organisierten Sport und vor allem den finanziell gebeutelten Kommunen so nur ein Viertel der ur sprünglich angekündigten Mittel zur Verfügung gestellt. Die erste Förderrunde der „Sport milliarde“ – ausgeschüttet über das SKS-Programm des Bundes – ist bereits in vollem Gange: 333 Mio. Euro stellt der Bund im ersten Förderaufruf für die Sanierung kommunaler Sportstätten zur Verfügung. Weitere Projektaufrufe werden folgen, eine zweite Tranche über ebenfalls 333 Mio. Euro wurde be reits im Haushalt 2026 verankert. Zwar wurde der gesamte Antragsprozess entbürokratisiert und Entscheidungen für oder wider eine mögliche Förderung sollen deutlich schneller gefällt werden als in der Vergangenheit, zwischen der ersten Ankündigung und der Frist für die Einreichung aller nötigen Unterlagen lagen aber kaum mehr als drei Monate. Kommunen, die bereits beschlussfähi ge „Schubladenprojekte“ aufweisen konnten, waren im ersten Förderaufruf demnach klar im Vorteil. Und der Bedarf nach einer umfassenden Sportstätten förderung durch den Bund ist zweifels ohne gegeben: Die erste Tranche der „Sportmilliarde“ war mehr als 20-fach überzeichnet, insgesamt seien Anträge

mit einem Gesamtvolumen von rund 7,5 Mrd. Euro bei den zuständigen Stellen eingegangen. Ein Tropfen auf den heißen Stein? Der Sanierungsstau an kommu nalen Sportstätten in Deutschland ist besorgniserregend hoch. Exakt lässt sich seine Höhe nur schwer beziffern, verschiedene Studien und Untersu chungen nähern sich aber allesamt einem vergleichbaren Wert an: Eine vom Bundestag erstellte Kurzexpertise beziffert den derzeitigen Sanierungs rückstand über alle Sportanlagenty pen (inklusive Bäderanlagen) hinweg auf rund 31 Mrd. Euro; eine aktuelle KfW-Befragung kommt hier auf einen Investitionsstau von rund 12,1 Mrd. Euro im Bereich kommunaler Sportstätten. Verteilt auf die laut DOSB-Analyse ins gesamt rund 231.000 Sportstätten in Deutschland entspricht dies einem Investitionsrückstand von 52.000 Euro bis 134.000 Euro pro Sportstätte. Mit rund zwei Dritteln aller Sport stätten sind dabei vor allem die Kommunen Träger der deutschen Sportstättenlandschaft und somit auch im Wesentlichen für infrastrukturelle und betriebliche Investitionen verant wortlich. Steigende Sozialkosten und wichtige Investitionen in kommunale Pflichtaufgaben haben in den vergan genen Jahrzehnten dazu geführt, dass der Sport als freiwillige Aufgabe oft hintanstehen musste. Nichtsdesto trotz nimmt der Sport (laut aktuellem KfW-Kommunalpanel) mit rund 8,6 % der kommunalen Gesamtinvestitionen immer noch einen vergleichsweise ho hen Anteil ein. Betroffen sind dabei vor allem ge deckte Sportstätten, wie eine Studie des Bundesinstituts für Sportwissen schaft (BISp) belegt, die den Bedarf an Neubauten, Generalsanierungen und Modernisierungen von Sportstätten abgefragt hat: 60% der Kommunen hätten bei Sporthallen einen entspre chenden Bedarf in einer dieser 

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SPORTPOLITIK

drei Kategorien gesehen, 51 % bei Sportplätzen und 61 % bei Schwimm bädern. Daten, die durch die aktuelle KfW-Befragung gestützt werden: 62 % der befragten Kommunen berichten von „gravierenden“ oder „nennenswerten“ Investitionsrückständen bei Hallenbä dern, 53 % bei Eissportstätten, 49 % bei Sporthallen und 48 % bei Freibädern. Sportplätze kommen etwas besser weg: Lediglich 33% der Kommunen berichten hier von Investitionsrück ständen. Studienautorin Dr. Stefanie Brilon: „Diese Ergebnisse deuten da rauf hin, dass Rückstände besonders schwerwiegend bei Hallensport sind und die Gebäudesubstanz betreffen.“ Kommunen, die von einem mindestens „nennenswerten“ Investitionsrückstand an Sporthallen berichten, verorten die sen zu 97 % im energetischen Zustand, zu 82% in der Gebäudehülle, zu 89% in Sanitäranlagen und zu 85 % in tech nischen Anlagen. Ähnliche Ergebnisse zeigen sich beim Blick auf andere (ge deckte) Sportstättentypen. Es fehlt der kommunalen Sportstättenlandschaft somit nicht nur an nachhaltiger, ener gieeffizienter Gebäudetechnik, die die ohnehin hohen Betriebskosten langfris

Vor allem der energetische Zustand vieler Sportstätten ist besorgniserregend.

Bild: TSC Eintracht Dortmund

tig senken könnte – vielerorts bröckelt wortwörtlich die Bausubstanz. Bereits heute hätten diese Investi tionsrückstände teils massive Auswir kungen auf den Betrieb kommunaler Sportstätten, wie Brilon erklärt: „In rund 16% der Kommunen ist das Angebot an Sportmöglichkeiten aufgrund des schlechten Zustands der Sportstätten nur saisonal eingeschränkt möglich bzw. es fallen einzelne Angebote häufig

aus. Ebenfalls rund 17 % der Kommu nen haben einzelne Sportstätten sogar komplett aus dem Betrieb genommen. In knapp 40 % der antwortenden Kom munen können aufgrund des baulichen Zustands der Sportstätten einzelne Sportangebote gelegentlich nicht durchgeführt werden.“ Ein Zustand, der sich der KfW-Studie zufolge in den kommenden Jahren noch erheblich verschlechtern könnte: „Hier geben die

Investitionsrückstände in einzelnen Sportstättentypen

15 %

44 %

Sporthallen

41 %

Sportplätze

5 %

28 %

67 %

23 %

Hallenbäder

39 %

38 %

Freibäder

24 %

24 %

52 %

Eissportstätten

11 %

42 %

47 %

Sonstige

13 %

13 %

74 %

0

20

40

60

80

100

Quelle: Difu/KfW Kommunalpanel 2024

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SPORTPOLITIK

teilnehmenden Kommunen an, im Durchschnitt 14 % der Hallenbäder schließen zu müssen, sollte keine schnelle (Teil-)Sanierung erfolgen. Noch höher sind die Zahlen bei Eissporthallen (15 %) und Freibädern (16 %), während Sporthallen und Sportplätze nur zu 6 bzw. 3 % von Schließungen betroffen sind.“ Ursächlich hierfür seien vor allem die energetischen und technischen Investitionsrückstände verbunden mit steigenden Energie- und Betriebskosten. Nichtsdestotrotz scheint der Sport nicht als Erstes kommunalen Sparmaßnahmen zum Opfer zu fallen. Brilon: „Dieser erwartete Rückgang ist indes moderater als in anderen freiwilligen Bereichen der öffentlichen Daseinsvorsorge. So geben zum Beispiel 41 % der Kommunen an, angesichts der finanziellen Lage in den nächsten Jahren kulturelle Angebote reduzieren zu müssen. Das deutet auf eine Tendenz zur politischen Priorisierung des Sportangebots gegenüber anderen freiwilligen Leistungsbereichen auf kommunaler Ebene hin.“ Kommunen sind also prinzipiell bereit, in die freiwillige Leis tung „Sport“ zu investieren – es fehlt nur an den Mitteln. Dabei ist die Investitionsbereitschaft vor allem in größeren Städten deutlich höher als im – teils in deutlich stärkerem Maße vom demografischen Wandel geprägten – ländlichen Raum: 78 % aller Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern planen laut KfW-Befragung aktuell den Bau neuer Sportstätten in den kommenden Jahren – in Kommunen mit 20.000 bis 50.000 Einwohnern sind es nur 45 %, in Kleinstädten mit 2.000 bis 5.000 Einwohnern sogar nur 9 %. Während Kommunen mit 2.000 bis 5.000 Einwohnern im Schnitt 210.000 Euro für Investitionen in Sportstätten in der mittelfristigen Finanzplanung vorgesehen hät ten, liege die Summe bei Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern bei 10,2 Mio. Euro. Allein angesichts dieser erheblichen Investitionsrückstände zeigt sich, dass die Sportmilliarde bestenfalls regionale Impulse setzen kann, den landesweiten Sanierungsstau allein aber nicht beseitigen können wird. Die vergleichsweise kurzen Antragsfristen für den ersten Projektaufruf des SKS-Programms führen zudem dazu, dass hier vor allem kommunale „Schubladenprojekte“ eine Zusage erhalten werden. Und der Blick auf die in der KfW-Befragung abgefragte Bereitschaft für Investitionen in Neubaumaßnahmen legt in diesem Zusammenhang nahe, dass es vor allem größere Städte und Gemeinden seien werden, die sich ohnehin bereits mit entsprechenden Planungsverfahren be fassen. Trotz erhöhter Förderquoten für finanzschwache Kommunen besteht hier somit die Gefahr, dass vor allem der ländliche Raum und strukturschwache Regionen ein Stück weit auf der Strecke bleiben. Befürchtungen, die sich bereits im ersten Förderaufruf bestätigen: So hat sich allein die Bundeshauptstadt Berlin mit insgesamt knapp 40 Projekten mit einem Gesamtvolumen von mehr als 80 Mio. Euro beworben – und würde sich selbst bei Bewilligung aller eingereichten Projekte immer noch mit einem Sanierungsrückstand von mehr als 320 Mio. Euro konfrontiert sehen. Dass der Bund in diesem Jahr neben einem erhöhten Bundes haushalt zur Spitzensportförderung (2025: 333 Mio. Euro; 2024: 282 Mio. Euro) ebenso hohe Mittel für den Breitensport zur Verfügung stellt, ist einerseits ein wichtiges Signal an die Kommunen und Vereine, auf der anderen Seite angesichts jährlicher – teils unver meidbarer – kommunaler Sportstätten-Investitionen in einer 

Bild: DOSB

Christian Siegel Ressortleiter Sportstätten & Umwelt DOSB

Wir freuen uns grundsätzlich über die vom Bund bereitgestellten Mittel, die einen wichtigen ersten Schritt dar stellen. [...] Erforderlich sind dennoch klare politische Impulse: Entbürokra tisierung der Programme, bessere Einbindung des organisierten Sports und vor allem eine mehrjährige Pla nungssicherheit. Die im Koalitions vertrag angekündigte „Sportmilliarde“ kann hierfür ein entscheidender Hebel sein – allerdings nur, wenn sie als jähr liche, dauerhaft verankerte Investiti onslinie umgesetzt wird. Als

verstetigtes Instrument könnte sie einen echten Strukturbeitrag zum Abbau des Sanie rungsstaus leisten und die Zukunftsfähigkeit der Sportinfrastruktur sichern. Gleichzeitig muss man realistisch bleiben: Der

Das ganze Interview mit Christian Siegel

finden Sie auf S. 16

Bund allein kann diese Aufgabe nicht lösen. Die Hauptverantwortung für Sportstätten liegt bei den Ländern und Kommunen. Der Bund kann hier wichtige Impulse setzen und unter stützen – aber eben als Ergänzung, nicht als Ersatz.

SPORTPLATZWELT MAGAZIN 1/2026 | 11 SPORTPLATZWELT MAGAZIN 1/2026 | 11

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SPORTPOLITIK

Prognose: Entwicklung der kommunalen Investitionen

50

 Investitionen MIT Sondervermögen  Investitionen OHNE Sondervermögen

44,5

45

41,8

44,5

38,4

41,8

40

34,8

38,4

35

32,2

31,2

Der kommunale Investiti onseinbruch wird mit Hilfe des Sondervermö gens Infrastruktur zwar abgeschwächt, aber nicht verhindert.

32,3

30

28,4

26,7

25

20

2023

2024

2025

2026

2027

2028

Quelle: Deutscher Städtetag, Deutscher Landkreistag, DStGB, Statistisches Bundesamt

Größenordnung zwischen 3,9 und 6 Mrd. Euro aber bestenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein. Hinzu kommt, dass sich das SKS-Programm des Bundes ausschließ lich an Kommunen richtet. Zwar kön nen sich prinzipiell auch Vereine mit eigenen Anlagen über ihre jeweilige Kommune um eine Förderung bewer ben, müssen hier aber zunächst eini ges an Überzeugungsarbeit leisten, damit das Vereinsprojekt eventuell geplanten kommunalen Sanierungs vorhaben nicht hintangestellt wird. Zwar nutzen aktuellen Studien zufolge rund 58% der Sportvereine kommu nale Sportstätten zur Ausübung ihrer Sportangebote und Kommunen sind mit rund zwei Dritteln aller Sportstät ten in Deutschland nach wie vor der wichtigste Träger des organisierten Breitensports. Orientiert man sich aber am vom DOSB auf insgesamt 31 Mrd. Euro bezifferten Sanierungsstau, wird schnell klar, dass auch die Investitions

rückstände an vereinseigenen Sportan lagen im zweistelligen Milliardenbereich liegen dürften. Hieraus resultiert ein Bedarf an erheblichen Investitionen, die nur die wenigsten Vereine „aus der eigenen Tasche“ leisten können. Hardy Gnewuch, Präsident des SV Halle:

„Wir brauchen Mittel, mit denen wir langfristig planen können – nicht nur projektbezogene Einzelzuschüsse. Und diese Mittel müssen auch für kleine und mittlere Vereine erreichbar sein, ohne an komplizierten Antragsverfahren zu scheitern. Wir übernehmen auch Auf

Bild: Sportplatzwelt

Fehlende Investitionen sorgen schon heute mancherorts für Sperrungen und Schließungen.

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gaben im Ganztagsbereich der Schulen, in der Inklusion, der Integ ration und der Gesundheitsförderung. Dafür braucht es verlässliche Strukturen, hauptamtliche Unterstützung und finanzielle Ressour cen – sonst gerät das Ehrenamt an seine Grenzen. Der organisierte Sport darf nicht auf Sondertöpfe angewiesen sein: Es braucht eine dauerhafte sportpolitische Strategie mit fester Verankerung in den kommunalen und staatlichen Haushalten. Sportpolitik muss Teil der Infrastrukturpolitik werden, vergleichbar mit Schulen oder ÖPNV. Die angekündigten Mittel aus der ‚Sportmilliarde‘ sind ein guter Anfang, aber gemessen am tatsächlichen Bedarf vieler Sportvereine eher ein Tropfen auf den heißen Stein.“ Sport steht hintan Einsparungen im Sport zugunsten kommunaler Pflichtaufgaben sind dabei keineswegs ein Phänomen der vergangenen Jahre, wie ein Blick auf die Entwicklung der letzten 30 Jahre zeigt: Eine ak tuelle Studie des IW Köln belegt, dass die kommunalen Ausgaben für Soziales und Jugend seit 1992 um rund 13 Prozentpunkte auf das 1,5-Fache des Ausgangswertes angestiegen sind, während die Ausgaben für Sport und Gesundheit im selben Zeitraum um 1,9 % Prozentpunkte zurückgegangen sind. So tätigen Kommunen heute rund 37,6 % ihrer Gesamtausgaben im Bereich Soziales und Jugend, während infrastrukturelle Investitionen im Bereich Sportstätten und Bäder nur noch einen Anteil von rund 1,3 % an den Gesamtausgaben einer Kommune halten. Dies entspricht jährlichen Investitionen pro Einwohner in Höhe von 59,22 Euro. Studienautor Dr. Björn Kauder: „Die Ergebnisse zeigen, dass die (inflationsbereinigten) kommunalen Ausgaben pro Einwohner in den 1990er und frühen 2000er Jahren nahezu unverändert blieben. Zwischen 2004 und 2022 erhöhten sich die Ausgaben hingegen um 40 Prozent und zogen in den Jahren 2023 und 2024 nochmals deut lich an. […] In der Zusammensetzung der kommunalen Ausgaben zeigen sich beträchtliche Verschiebungen über die vergangenen 30 Jahre. Die Oberkategorie Soziales und Jugend hat deutlich an Gewicht zugelegt […]. Dies liegt insbesondere am Ausbau der Kinderbetreuung, aber auch am Zuwachs bei den Sozialleistungen. Bedenklich ist vor allem der ebenfalls enorme Zuwachs der Ober kategorie Zentrale Verwaltung, dessen Anteil ebenfalls um rund die Hälfte auf 21 Prozent zulegte. Deutlich rückläufig waren die Ausgeben für die Gestaltung der Umwelt (von 34 auf 20 Prozent), welche beispielsweise den Straßenbau umfassen. Ferner sind die Ausgaben für Zentrale Finanzleistungen deutlich zurückgegangen, worin sich unter anderem die günstige Zinsentwicklungen zeigt. Die Ausgabenanteile für Schule und Kultur sowie Gesundheit und Sport waren ebenfalls rückläufig.“ Hieraus resultiert eine enorme finanzielle Belastung der Kom munen, die 2023 erstmals wieder in einem Defizit gipfelte, das 2024 auf einen Rekordwert von 24,8 Mrd. Euro angestiegen ist. 36 % der Kommunen bezeichneten ihre finanzielle Lage deshalb im vergangenen Jahr als „mangelhaft“. Der Sport fällt dabei gerade in finanzschwachen Kommunen oft hinter kommunale Pflichtauf gaben wie Bildung, Soziales und Verkehrsinfrastruktur zurück. 

Bild: dsj

Julian Lagemann Vorstandsmitglied Deutsche Sportjugend (dsj)

Die bundespolitische ‚Sportmilli arde‘ eröffnet erheblichen Spielraum für Infrastruktur und damit für die Um setzung vieler unserer Handlungsemp fehlungen. Unsere Erwartung ist die gezielte Priorisierung von Kinder- und Jugendsport-Bedarfen: Ein Teil der Mit tel sollte explizit für Sanierungs- und Modernisierungsbedarfe verwendet werden, die unmittelbar Kinder- und Jugendsport fördern – z. B. Schul- und Vereinssportstätten, Schwimmbäder, Schulhöfe und barrierefreie Zugänge. Klar ist aber auch, dass das noch nicht genug ist. Es fehlt auch an Ressourcen für die Sportinfrastruktur im organisierten Sport, sprich Personal im Jugend bereich, die koordinieren, vernetzen und vordenken. Hier ist eine erhebli che Nachbesserung im Kinder- und Jugendplan des Bundes notwendig.

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Rettungsanker Sondervermögen?

Kommunen zugutekommen dürften. Dieses Sondervermögen ist auf zwölf Jahre angelegt und sieht vor, dass die Länder 100 Mrd. Euro erhalten, welche durch den Bund finanziert werden. Doch selbst wenn dieser Betrag voll ständig an die kommunale Familie weitergereicht würde, wäre es kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein: Es blieben gut 8 Mrd. Euro pro Jahr.“ Mittel, die kaum ausreichen, um überhaupt den jährlichen Zuwachs des kommunalen Investitionsstaus einzu dämmen: Daten der KfW zeigen, dass die Investitionsrückstände in allen Be reichen derzeit um mehr als 10 % pro Jahr zunehmen. Lag der kommunale Gesamtinvestitionsrückstand im Jahr 2022 noch bei 165,6 Mrd. Euro, wuchs

er bis 2023 auf satte 186,1 Mrd. Euro an (+12,4 %) und liegt mit aktuell rund 216 Mrd. Euro noch einmal um rund 16,1 % höher als im Vorjahr. Die Tatsache, dass die einzelnen Bundesländer schlussendlich über die Verteilung ihres Anteils am Sonder vermögen entscheiden und dement sprechend Prioritäten setzen können, könnte indes auch dazu führen, dass das Sondervermögen regionale, spor tinfrastrukturelle Unterschiede weiter verschärft. Bis dato verabschiedete Gesetze (z. B. NRW-Infrastrukturgesetz 2025) stellen den Sport hier in der Regel anderen Bereichen wie Schulen, Kitas und Verkehrsinfrastruktur hintan. Mittel für Modernisierungs- und Sanierungs maßnahmen werden somit wohl – wenn

Die Ankündigung, dass der 100 Mrd. Euro schwere kommunale Anteil am Sondervermögen auch für infrastruktu relle Investitionen in den Sport genutzt werden darf, ist ein wichtiges Signal. Ein Blick auf die erheblichen Investiti onsrückstände in anderen Bereichen – teilweise Pflichtaufgaben – zeigt aber auch, dass hier schlussendlich wahr scheinlich nur wenig Geld für den Sport übrigbleiben wird. Kauder: „Die laufen den Defizite stellen nicht das einzige Problem dar. Für das Jahr 2024 wird ein kommunaler Investitionsrückstand von 216 Mrd. Euro berichtet. Mit dem Sondervermögen Infrastruktur stehen zwar Mittel bereit, welche auch den

Wie das Sondervermögen eingesetzt wird

Angaben gerundet.

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überhaupt – zunächst überwiegend Sportstätten zugutekommen, die auch im schulischen Kontext genutzt werden. Es lässt sich festhalten: Die Sportmilliarde sowie die prinzipielle Möglichkeit, das Sondervermögen auch für Sportinfrastruktur nutzen zu dürfen, waren richtige und wichtige Entscheidungen der Politik – zumal andere wichtige Sportstättenförderprogramme in den vergangenen Jahren nicht fortgeführt wurden. Die nun ausgeschütteten Summen sind aber fernab der ursprünglichen politischen Versprechen, dürften angesichts der schlechten finanziellen Lage vieler Kommunen lediglich einen Tropfen auf den heißen Stein darstellen und bestenfalls regional vereinzelte Impulse setzen können. Angesichts hoher finanzieller Hürden und intransparenter Auswahlverfahren besteht zudem die Gefahr, dass die Mittel schlussendlich überwiegend in finanziell besser gestellten Kommunen ankommen, deren finanzielle und infrastrukturelle Lage derzeit überhaupt Investitionen in den Sport zulässt. So könnte sich die „sportinfrastrukturelle Schere“ zwischen stärker und weniger belasteten Kommunen in Deutschland schlussendlich noch ein Stück weiter öffnen. 

Bild: Freiburger Kreis e.V.

Boris Schmidt Vorstandsvorsitzender Freiburger Kreis e.V.

Der Freiburger Kreis ist mit der Ausschreibung des Projektaufrufs für die ersten 333 Mio. Euro mehr als un zufrieden. Die Beantragung über die Kommune führt dazu, dass die Kommu nen, welche selbst Projekte einreichen, in den meisten Fällen den Antrag des Vereins nicht einreichen, da sich hier durch die Chancen reduzieren, ihren eigenen Antrag positiv beschieden zu bekommen. [...] Aus Sicht der Vereine ist auch der Projektaufruf schon zu kompliziert und hat wenig mit Entbü rokratisierung und Bürokratieabbau zu tun. Gerade dieses neue Programm wäre eine gute Chance gewesen, dass der Bund mit gutem Beispiel vorangeht und sehr niedrigschwellig für Sport vereine einen Projektaufruf macht, der die Vereinsvertreter nicht an den bürokratischen Hürden verzweifeln und unkompliziert einen Antrag stellen lässt. Wir hoffen inständig, dass der Bund im Herbst für die zweiten 333 Mio. Euro, die im Haushalt 2026 verabschie det worden sind, einen neuen Projek taufruf startet, im Rahmen dessen die Vereine nun auch endlich direkt einen Antrag an den Bund stellen können.

Sportmilliarde: 333 Mio. Euro Sportmilliarde (angekündigter 2. Projektaufruf): 333 Mio. Euro Schwimmbadförderung des Bundes: 250 Mio. Euro

Baden-Württemberg: 13,15 Mrd. Euro Bayern: 15,70 Mrd. Euro Berlin: 5,22 Mrd. Euro Brandenburg: 3,00 Mrd. Euro Bremen: 0,94 Mrd. Euro Hamburg: 2,66 Mrd. Euro Hessen: 7,44 Mrd. Euro Mecklenburg-Vorpommern: 1,93 Mrd. Euro Niedersachsen: 9,42 Mrd. Euro Nordrhein-Westfalen: 21,10 Mrd. Euro Rheinland-Pfalz: 4,85 Mrd. Euro

Saarland: 1,18 Mrd. Euro Sachsen: 4,84 Mrd. Euro

Sachsen-Anhalt: 2,61 Mrd. Euro Schleswig-Holstein: 3,43 Mrd. Euro

Quelle: Eigene Darstellung nach Bundesministerium der Finanzen

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„ENTWICKLUNG VON SPORTSTÄTTEN UND ZUKUNFTSFÄHIGKEIT DER VEREINE SIND ENG MITEINANDER VERKNÜPFT“ Interview mit Christian Siegel, Ressortleiter „Sportstätten und Umwelt“ beim Deutschen Olympischen Sportbund, über den Sanierungsstau bei Sportstätten, die Rolle der „Sportmilliarde“ und die Bedeutung moderner, barrierefreier Infrastruktur für zukunftsfähige Vereine und Städte.

Der Sanierungsstau bei kommuna len Sportstätten ist seit Jahren bekannt und teils erheblich. Welche struktu rellen Hürden verhindern aus Sicht des DOSB eine nachhaltige Reduktion dieses Investitionsrückstands und wel che politischen Impulse wären jetzt erforderlich? Kann die „Sportmilliarde“ solche Impulse setzen? Siegel: Der Sanierungsstau bei Sportstätten ist aus Sicht des DOSB we niger ein kurzfristiges Finanzierungspro blem, sondern vielmehr ein strukturelles. Um den bekannten Investitionsstau von mindestens 31 Milliarden Euro aufzu lösen, braucht es eine langfristige und verlässliche Förderung. Die Zuständig keiten zwischen Bund, Ländern und Kommunen sind dabei fragmentiert, viele Kommunen finanziell stark belastet, und Sportvereine – obwohl sie rund 30 Prozent der Sportstätten betreiben – sind in den aktuellen Bundesprogrammen nicht antragsberechtigt. Oftmals kommen hohe bürokrati sche Hürden hinzu. Förderverfahren sind komplex, stark auf baureife Großprojek te ausgerichtet und damit für kleinere Kommunen, strukturschwache Regionen und ehrenamtlich geführte Vereine oft kaum zugänglich. Zudem würden wir uns eine verbindliche sportfachliche Priorisierung wünschen, sodass Förde rentscheidungen zukünftig systematisch am tatsächlichen Bedarf für Gesundheit, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusam menhalt ausgerichtet sind. Wir freuen uns grundsätzlich über die vom Bund bereitgestellten Mittel,

die einen wichtigen ersten Schritt darstellen. Positiv ist zudem, dass mittlerweile in vielen Ländern Signale erkennbar sind, dass Gelder aus dem Sondervermögen gezielt für Sportstät ten genutzt werden sollen – ein Ansatz, der wirksam dazu beitragen kann, den Sanierungsstau langfristig abzubauen.

Der Bund allein kann diese Aufgabe nicht lösen. Die Hauptverantwortung für Sportstätten liegt bei den Ländern und Kommunen. Der Bund kann hier wichtige Impulse setzen und unter stützen – aber eben als Ergänzung, nicht als Ersatz. Wie sieht hier die Lage von Vereinen mit eigenen Sportstätten im Vergleich zur Sportstättensituation vieler Kom munen aus? Wie bewertet der DOSB die Entscheidung der Bundesregierung, das aktuelle SKS-Programm Vereinen nicht direkt zugänglich zu machen? Siegel: Rund 30 Prozent der Sport stätten in Deutschland gehören den Sportvereinen. Diese Anlagen sind häufig ebenso sanierungsbedürftig, energetisch ineffizient und nicht bar rierefrei, werden jedoch überwiegend ehrenamtlich betrieben und aus be grenzten Eigenmitteln unterhalten. Daher hätten wir uns gewünscht, dass Vereine im aktuellen Bundes programm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (SKS) antragsberech tigt sind. Da sie es nun nicht sind, bleiben sie von der Prioritätenset zung ihrer Kommunen abhängig. Damit besteht die Gefahr, dass der gemeinwohlorientierte Sport struk turell benachteiligt wird – insbeson dere dort, wo Kommunen finanziell stark unter Druck stehen oder eigene Projekte vorziehen. Aus unserer Sicht ist es daher kon sequent, Sportvereinen künftig einen direkten Zugang zu Bundesförderpro-

Bild: DOSB

Christian Siegel

Erforderlich sind dennoch klare poli tische Impulse: Entbürokratisierung der Programme, bessere Einbindung des organisierten Sports und vor allem eine mehrjährige Planungssicherheit. Die im Koalitionsvertrag angekündigte „Sportmilliarde“ kann hierfür ein ent scheidender Hebel sein – allerdings nur, wenn sie als jährliche, dauerhaft verankerte Investitionslinie umge setzt wird. Als verstetigtes Instrument könnte sie einen echten Strukturbei trag zum Abbau des Sanierungsstaus leisten und die Zukunftsfähigkeit der Sportinfrastruktur sichern. Gleich zeitig muss man realistisch bleiben:

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grammen zu eröffnen, um den Sanierungsstau realitätsnah und wirksam abzubauen. Die Sportmilliarde legt den Fokus vor allem auch auf Maß nahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit. Wie ist es nach Ansicht des DOSB um die (bauli che) Barrierefreiheit vieler Sport stätten bestellt und in welchen Bereichen sehen Sie derzeit die größten Defizite? Siegel: Nach Einschätzung des DOSB ist die bauliche Bar rierefreiheit vieler Sportstät ten in Deutschland weiterhin unzureichend. Ein erheblicher Teil der Anlagen ist baulich veraltet, nicht barrierefrei zu gänglich und entspricht weder den Anforderungen inklusiver Sportangebote noch den Er

bedürftige Anlagen belasten hingegen Organisation, Finan zen und Engagementstrukturen der Vereine erheblich. Insbesondere für das ehren amtliche Engagement spielen gute Rahmenbedingungen eine entscheidende Rolle. Wenn Verei ne dauerhaft mit baulichen Män geln, hohen Betriebskosten oder Unsicherheiten bei der Nutzung ihrer Sportstätten konfrontiert sind, steigt der organisatori sche Druck auf Ehrenamtliche. Nachhaltig sanierte Sportstätten entlasten Vereine im Betrieb und schaffen verlässliche Struktu ren für freiwilliges Engagement und Lebensqualität. Auch für die Mitgliederge winnung und -bindung sind zeit gemäße und somit einladende Sportstätten entscheidend. At

Bild: DOSB

wartungen einer älter werdenden Gesellschaft. Barrierefreiheit wurde in der Vergangenheit bei Planung und Sanierung häufig nachrangig behan delt und ist heute Teil des allgemeinen Sanierungsstaus. „SPORT UND BEWEGUNG SIND EIN RELEVANTER STANDORTFAKTOR“ Die größten Defizite sehen wir insbesondere bei Zugängen und Erschließung, etwa fehlenden stu fenlosen Eingängen, ungeeigneten Umkleiden und Sanitärbereichen so wie unzureichenden Zuschauer und Aufenthaltsbereichen für Menschen mit Behinderungen. Hinzu kommen funkti onale Einschränkungen wie mangelnde Orientierung, fehlende Leitsysteme oder nicht barrierefreie Nebenräume, die eine gleichberechtigte Nutzung erschweren oder verhindern.

Vor diesem Hintergrund bewertet der DOSB den Fokus der Sportmilli arde auf Barrierefreiheit ausdrück lich positiv. Entscheidend ist jedoch, dass entsprechende Maßnahmen nicht isoliert betrachtet werden, sondern integraler Bestandteil einer umfassen den Sanierung und Modernisierung sind. Barrierefreiheit ist kein Zusatz, sondern ein zentrales Qualitätsmerk mal zukunftsfähiger Sportstätten – im Sinne von Inklusion, Teilhabe und Gemeinwohlorientierung. Wie eng sind aus Ihrer Sicht die nachhaltige Entwicklung von Sport stätten und die Zukunftsfähigkeit der Vereine miteinander verknüpft – ins besondere im Blick auf ehrenamtliches Engagement, Mitgliedergewinnung und finanzielle Stabilität? Siegel: Aus meiner Sicht sind die nachhaltige Entwicklung von Sport stätten und die Zukunftsfähigkeit der Vereine eng miteinander verknüpft. Moderne, funktionstüchtige und nach haltige Sportstätten sind eine zentrale Voraussetzung dafür, dass Vereine ihre gesellschaftliche Rolle dauerhaft erfül len können. Veraltete oder sanierungs

traktive, barrierefreie und klimafeste Anlagen erhöhen die Zugänglichkeit, verbessern die Nutzungsqualität und stärken die Identifikation mit dem Ver ein – gerade für Kinder, Jugendliche, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen. Gleichzeitig zeigen aktuelle Analysen wie der Sportent wicklungsbericht, dass der Zustand vieler Sportanlagen inzwischen zu den zentralen strukturellen Herausforde rungen der Vereine gehört. Veraltete Infrastruktur und fehlende Sportflächen begrenzen vielerorts die Entwicklungs möglichkeiten der Vereine – mit der Folge, dass Wartelisten entstehen und insbesondere Kinder teilweise keinen Platz im Vereinssport finden. Nicht zuletzt wirkt sich die bauli che Qualität direkt auf die finanzielle Stabilität der Vereine aus. Energetisch ineffiziente Anlagen verursachen hohe laufende Kosten und binden Mittel, die für Sportangebote, Nachwuchsarbeit oder Qualifizierung fehlen. Investitio nen in nachhaltige Sportstätten sind daher keine Zusatzaufgabe, sondern eine grundlegende Voraussetzung für wirtschaftlich stabile, attraktive und zukunftsfähige Vereine. 

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Inwieweit sollte Sport als „weicher Standortfaktor“ stär ker in strategische Stadtent wicklungsprozesse integriert werden? Welche Rolle spielen hierbei niedrigschwellige Sport angebote und öffentliche Frei räume für Bewegung und Sport? Siegel: Sport und Bewegung sind mehr als Freizeitangebote – sie sind ein relevanter Standort faktor. Wenn Städte Sport- und Bewegungsräume konsequent in ihre strategische Entwick lung einbeziehen, profitieren Lebensqualität, Gesundheit, sozialer Zusammenhalt und die Attraktivität der Quartiere gleichermaßen. Genau darin liegt ein wichtiger Schlüssel für zukunftsfähige Kommunen. Ein zentraler Bezugspunkt ist dabei das „15 Minuten

Sportveranstaltungen so auszu richten, dass Umweltaspekte und soziale Teilhabe Berück sichtigung finden, ohne kleine Vereine wirtschaftlich und or ganisatorisch zu überfordern? Siegel: Nachhaltigkeit um fasst für den DOSB ökologische, soziale und wirtschaftliche As pekte gleichermaßen. Gera de bei kleineren, regionalen Sportveranstaltungen ist es daher entscheidend, prakti kable Lösungen anzubieten, die Umweltaspekte und soziale Teilhabe berücksichtigen, ohne Vereine organisatorisch oder finanziell zu überfordern. Ein zentraler Unterstüt zungsbaustein ist dabei das Webportal „www.nachhaltige sportveranstaltungen.de“, das der DOSB gemeinsam mit der

Bild: DOSB

Ziel“ der DOSB-Strategie 2035: Alle Menschen sollen wohnortnah – ide alerweise innerhalb von 15 Minuten – Zugang zu modernen und attrakti ven Sport und Bewegungsangeboten haben. Dieses Ziel unterstreicht, dass Sportinfrastruktur nicht nachrangig, sondern als Teil der Daseinsvorsorge gedacht werden muss und frühzeitig in Stadt , Quartiers und Mobilitäts konzepte einzubeziehen ist.

wichtigen Beitrag zur gesundheitlichen Prävention, zur sozialen Integration und zur Belebung von Quartieren. Eine integrierte Stadtentwicklung, in der Sport- und Bewegungsräume sys tematisch mitgedacht werden, ist eine zentrale Voraussetzung für lebenswerte, inklusive und resiliente Städte – ganz im Sinne der „Strategie 2035“. Gleichzeitig zeigt sich eine struk turelle Herausforderung: Sport ge hört kommunal zu den freiwilligen Aufgaben. In einer idealen Situation hätte die Förderung von Sport und Bewegung einen höheren verbindli chen Stellenwert in der kommunalen Daseinsvorsorge. In der Praxis stehen viele Kommunen jedoch bereits bei ihren Pflichtaufgaben unter erheb lichem finanziellem Druck. Umso wichtiger ist es, Sport- und Bewe gungsräume frühzeitig in Stadt- und Infrastrukturplanung einzubeziehen und langfristig mitzudenken. Nachhaltigkeit betrifft sowohl ökolo gische als auch soziale und wirtschaft liche Dimensionen gleichermaßen. Wie unterstützt der DOSB Kommunen und Vereine dabei, auch kleinere, regionale

Deutschen Sporthochschule Köln und dem Öko-Institut entwickelt hat. Die Plattform richtet sich nicht nur an Ver anstalter von Megaevents, sondern ausdrücklich auch an ehrenamtlich organisierte (kleinere) Vereine und Kommunen. Sie bietet eine praxis nahe Orientierung für die nachhal tige Planung und Durchführung von Sportveranstaltungen. Entlang von fünf Transformationsbereichen – Gesell schaft, Klima, Ressourcen, Natur und Wirtschaft – und 17 konkreten Hand lungsfeldern, etwa Mobilität, Energie, Abfall, Barrierefreiheit, Vielfalt und Kostenstabilität, werden Sportvereine Schritt für Schritt unterstützt. Das Portal stellt unter anderem Checklisten, Good-Practice-Beispiele und interaktive Tools zur Verfügung, mit denen Vereine ihren Planungs stand überprüfen, Maßnahmen prio risieren und Wirkungen einschätzen können. Ziel ist es, Nachhaltigkeit modular und realistisch in den Verein salltag zu integrieren. So schaffen wir einen Rahmen, in dem auch kleinere Veranstaltungen nachhaltig, sozial und wirtschaftlich tragfähig umge setzt werden können. 

BARRIERE- FREIHEIT WURDE HÄUFIG NACHRANGIG BEHANDELT

Besondere Bedeutung haben da bei niedrigschwellige Sportangebote sowie öffentliche Freiräume für Be wegung und Sport. Sie ermöglichen kostenfreie, informelle und altersun abhängige Bewegung, erreichen neue Zielgruppen und ergänzen den Ver einssport sinnvoll. Gerade in verdichte ten urbanen Räumen leisten sie einen

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