Sportplatzwelt MAGAZIN | Ausgabe Nr. 1/2026

NACHHALTIGKEIT

Hier kommen die verschiedenen Zertifizierungen und Labels ins Spiel, die dem Verein helfen, Produkte anhand der von ihm selbst aufgestellten Nachhaltigkeitskriterien auszuwählen. Da verschie dene Nachhaltigkeitsaspekte bei den verschiedenen Labels aber teils unterschiedlich gewichtet werden, lohnt sich ein Blick auf die Websites unabhängiger Stellen wie der Christlichen Initiative Romero e.V. (CIR) oder der vom Bund geförderten Initiative „Sport handelt fair“, die detaillierte Bewertungen der einzelnen Labels vornehmen. Abfallvermeidung Eine weitere wichtige Stellschraube, an der Vereine drehen können, um ihren ökologischen Fußabdruck zu minimieren, liegt im Bereich Catering und Gastronomie – nicht nur an Spieltagen oder während größerer Turniere, sondern vor allem auch im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Vereinsfeste oder Mitgliederversamm lungen. Hier gilt es neben dem Einsatz regionaler Produkte aus nachhaltiger und vor allem regionaler Produktion vor allem auch um die Abfallvermeidung – und hier nicht nur um Verpackungsmüll, sondern vor allem auch Lebensmittelabfälle. Hinter der Vermeidung von Lebensmittelabfällen steht dabei aber nicht nur ein ökologischer Gedanke, sondern vor allem auch ein monetärer: Die sichtbaren Entsorgungskosten seien dabei näm lich nur die Spitze des Eisbergs, wie WWF und United Against Waste e.V. in ihrer Publikation „Weniger ist mehr – Warum es sich rechnet, Lebensmittelabfälle systematisch zu betrachten und zu reduzieren“ betonen: „Weitere Ausgaben entstehen z. B. für die Energie bei der Lagerung, Produktion und Ausgabe sowie für das Personal bei der Zubereitung, Ausgabe und Entsorgung der Lebensmittel. Schätzungen gehen davon aus, dass die Gesamtkosten zehnmal höher liegen als die reinen Entsorgungskosten.“ Schätzungen von United Against Waste e.V. zufolge koste ein Liter Lebensmittelabfall entlang der gesamten Wertschöpfungskette mindestens zwei Euro. Bei einer Abfalltonne mit 240 Litern Fassungsvermögen entspreche dies rund 480 Euro. Dabei stellt allein die umfangreiche Erfassung aller Lebensmittel abfälle einen ersten Schritt zur Abfallreduzierung dar, als dass durch die Vorlage reeller Zahlen bereits eine erste Form der Sensibilisierung stattfindet und Mitarbeitende wie Mitglieder in der Folge ihre Kon sumgewohnheiten eventuell zu überdenken beginnen. Die Erfassung und Analyse aller Lebensmittelabfälle im Verein stellt dabei auch den ersten Schritt hin zu einem Food-Waste-Management-System dar, im Rahmen dessen Vereine ihre Lebensmittelabfälle um 30 % bis 50 % reduzieren können. Weitere konkrete Maßnahmen, um die im Verein anfallenden Abfälle zu reduzieren umfassen beispielsweise den Verzicht auf Einweg-Geschirr und -Besteck, eine verstärkte Sensibilisierung für Mülltrennung und Recycling sowie den Verkauf unverpackter oder in größeren Behältern verpackter Speisen und Snacks. Nachhaltige Mobilität

Bild: Freiburger Kreis e.V

Dr. Alexander Kiel Vorstandsvorsitzender TSC Eintracht Dortmund

„Die Mobilitätsgewohnheiten unse rer Mitglieder sind mit die größten und gleichzeitig schwierigsten Stellschrau ben, an denen wir drehen können, um den CO 2 -Fußabdruck unseres Vereins zu minimieren. Wenn wir zum Beispiel den Wettkampfbetrieb betrachten, könnte man hier beispielsweise auch Anreize für die Abteilungen im Verein schaffen – zum Beispiel durch das Bereitstellen von ÖPNV-Tickets oder die Anschaffung von Vereinsbussen. Was die Mitglieder im Einzelnen an geht, müssen hier Anreize geschaffen werden, um Mobilitätsgewohnheiten zu verändern – beispielsweise durch eine gute Fahrradweg-Infrastruktur und gute Erreichbarkeit der Sportstät ten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Hierfür müssen wir in der Kommune werben und im Verein selbst z. B. Fahr radständer bereitstellen. Aber auch grundsätzlich muss für das Thema sensibilisiert werden: Bevor ich mich im Fitnessstudio zum Aufwärmen auf ein Fahrrad setze, kann ich doch auch gleich mit dem Fahrrad ins Studio fahren! Hier können vor allem Sport vereine als Multiplikator fungieren, um auf lange Sicht eine andere Haltung bei unseren Mitgliedern auszulösen und somit einen echten sozialen Impact zu erreichen.“

Schlussendlich sollte die Sensibilisierung von Mitarbeitenden und Mitgliedern aber bereits an der eigenen Haustür beginnen,

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