Sportplatzwelt MAGAZIN | Ausgabe Nr. 1/2026

NACHHALTIGKEIT

u. a. Daten der Mobilität zu Wettkämp fen, Sportevents, Energie- und Wasser verbrauch und Müllentstehung erfasst. Vor allem kleine Breitensportvereine, denen die personellen und finanziellen Ressourcen für die Erfassung der eige nen Emissionen und klimawirksamen Potenziale fehlen, erhalten so schnell und einfach Handlungsmöglichkeiten für Reduktionsmaßnahmen. Ziel dieses niedrigschwelligen Ansatzes ist es dabei nicht nur, den tatsächlichen CO 2 -Fußabdruck eines Vereins zu berechnen, sondern vor allem auch das Bewusstsein für die entstehenden Emissionen in den Struk turen deutscher Sportvereine nachhal tig zu verankern sowie das Verständnis für den Klimaschutz und für den eige nen CO 2 -Fußabdruck bei Sportvereinen nachhaltig zu stärken, um Impulse zur CO 2 -Vermeidung und -Reduktion gezielt zu setzen – in den Vereinen selbst, aber auch darüber hinaus. Sensibilisierung: Ressourcenverbrauch So innovativ und ressourcenscho nend einige technische Lösungen für die Minimierung des Wasser- und Energieverbrauchs auch sein mögen, letzten Endes ist es vor allem auch immer der Faktor Mensch, von dessen Verhalten der Wasser- und Energiever brauch maßgeblich abhängt. Moderne Anlagen und Technologien sowie die Automatisierung liefern die Grundlage, um Energie, Wasser und somit schlus sendlich auch Kosten einzusparen, schlussendlich entscheidet aber der Nutzer selbst, ob und wie viel Wasser beispielsweise entnommen wird. In diesem Sinne gehört es auch zum Spar konzept – und dies sollte in aller Regel eine der ersten durchzuführenden Maßnahmen sein –, Mitglieder und Mit arbeiter für ihre täglichen Verbräuche zu sensibilisieren und zu informieren. Im Sportverein mit engem Bezug zu den Mitgliedern darf der Wasser verbrauch thematisiert und die Zu sammenhänge zwischen Verbrauch

Food-Waste-Management

1. Erfassung und Analyse Im ersten Schritt sollte der Verein erfassen, wo und warum wie viele Lebensmittelabfälle anfallen – beispielsweise mit dem Abfall-Analyse-Tool von United Against Waste e.V. 2. Prävention Basierend auf den gesammelten Daten sollten Strategien entwickelt werden, Lebensmittelabfälle von vornherein zu vermeiden – z. B. durch eine bessere Einkaufsplanung, Schulungen für Mitarbeiter, kleinere Portionsgrößen oder die richtige Lagerung. 3. Wiederverwendung Lebensmittel, die nicht verkauft wurden, aber noch genießbar sind, können an verschiedene gemeinnützige Organi sationen (z. B. Tafel) gespendet werden. 4. Verwertung Lebensmittel, die nicht mehr für den Verzehr geeignet sind, können kompostiert oder in Biogasanlagen thermisch verwertet werden. 5. Bildung und Sensibilisierung Mitarbeiter, Mitglieder und Gäste sollten regelmäßig über die Bedeutung der Reduzierung von Lebensmittelabfällen informiert werden und Mitarbeiter (vor allem in Gastronomiebereichen) entsprechend geschult werden. 6. Monitoring und Verbesserung Alle Maßnahmen sollten regelmäßig auf ihre Effektivität hin kontrolliert und unter Umständen angepasst werden.

jedes Einzelnen und den gesamten Betriebskosten des Vereins sowie den daraus eventuell resultierenden Aus wirkungen auf die Mitgliedsbeiträge dargestellt werden. Dort, wo weniger Bindung zwischen dem Verbraucher und Objekt besteht – etwa in Zuschau erbereichen oder im vereinseigenen Fitnessstudio – mögen Hinweisschilder oder Plakatkampagnen mit starkem Aufforderungscharakter auf die glo bale Bedeutung eines gewissenhaften Umgangs mit dem Wasser eine kleine aber dennoch spürbare Wirkung zei gen. Entsprechende Materialien (z. B. Plakate, Infobroschüren), etwa zu den 17 Social Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen, können in eini gen Fällen auch über den zuständigen Landessportbund angefragt werden. Nachhaltige Beschaffung Beim Wunsch nach mehr Nach haltigkeit im Sportverein spielen auch Sportkleidung, Merchandise und andere Sportartikel wie die im Training und bei Spielen verwendeten Bälle eine nicht zu vernachlässigende Rolle: Schätzungen verschiedener Experten zufolge liegen allein die CO 2 -Emissionen der Textil branche bei 1.200 bis 1.715 Mio. Tonnen

pro Jahr und somit höher als die des gesamten internationalen Flug- und Schiffverkehrs zusammen. Waren bislang vor allem Optik, Verarbeitungsqualität, Langlebigkeit und Eignung für die jeweilige Sportart zentrale Kriterien bei der Beschaffung von Textilprodukten, Merchandise-Ar tikeln und Sportartikeln, gilt es heute, über den Tellerrand hinauszublicken und sich die gesamte Produktions kette der Textilhersteller vor Augen zu führen. Dabei sollte nicht nur auf das verarbeitete Material geachtet werden, um beispielsweise die ökolo gisch nachhaltige Produktion und die Verwendung ökologisch nachhaltiger Rohstoffe zu garantieren, sondern vor allem auch auf die Produktionsbe dingungen vor Ort: Faire Löhne, die Arbeitsplatzsicherheit, Schutzmaß nahmen gegen (sexualisierte) Gewalt gegenüber Frauen oder freie Gewerk schaften sind hier zentrale Aspekte. Da aber aus wirtschaftlichen Grün den auch viele Hersteller, die sich der nachhaltigen Textilproduktion verschrieben haben, nach wie vor im Ausland produzieren, wird sich in der Realität kein Vereinsverantwortlicher jemals ein Bild von der tatsächlichen Situation vor Ort machen können. 

SPORTPLATZWELT MAGAZIN 1/2026 | 91

www.sportplatzwelt.de

Made with FlippingBook - Online Brochure Maker