Sportplatzwelt MAGAZIN | Ausgabe Nr. 1/2026
MITGLIEDER & EHRENAMT
„IDEALERWEISE ERGÄNZEN SICH BEIDE EBENEN“ Im Interview berichtet Dr. Gaby von Rhein, Leiterin der Stabsstelle „Engagement und Ehrenamt“ im Landratsamt Regensburg, vom Projekt „Vereinscoaching im ländlichen Raum“, das der Landkreis im Rahmen des DSEE-Projekts „Hauptamt stärkt Ehrenamt“ umgesetzt hat.
Welche konkreten Maßnahmen hat die Freiwilligenagentur des Landkreises Regensburg im Rahmen des Projekts „Vereinscoaching im ländlichen Raum“ umgesetzt? von Rhein: Alle 30 teilnehmenden Vereine erhielten ein professionelles Coaching im Umfang von eineinhalb Tagen. Die Inhalte wurden jeweils auf die spezifischen Themen und Rahmenbedingungen des Vereins abgestimmt. Begleitend dazu haben wir das Netzwerk „Vereinscoaching im Landkreis Regensburg“ ins Leben gerufen. Ziel hier: Begegnung, Aus tausch und gemeinsame Fortbildung aller am Projekt beteiligten Vereine. Schließlich haben wir am Pro jektende einen Leitfaden zum indi viduellen Coaching von Vereinen veröffentlicht. Darin haben wir Zie le, Inhalte, Materialien und unsere Praxiserfahrungen gebündelt, um diese für Vereine und Fachstellen nutzbar zu machen. Ergänzend wurde eine Foto-Musik-Dokumentation mit Stimmen der Beteiligten veröffent licht. Beides ist auf unserer Website abrufbar. Die Coachings sowie die Netzwerk- und Fortbildungsveranstaltungen wurden von allen beteiligten Vereinen wahrgenommen – wenn auch mit unterschiedlich großem Engagement und unterschiedlicher personeller Beteiligung. Die Coachings selbst waren verbindlicher Bestandteil des Projekts, auf den sich die Vereine im Rahmen ihrer Bewerbung bewusst eingelassen hatten.
Wie ist das Feedback der teilnehmen
von Rhein: Hauptamtliche Ehren amtsförderung ist sowohl auf Gemeinde- als auch auf Landkreisebene sinnvoll – idealerweise ergänzen sich beide Ebe nen. Je mehr Stellen auf Gemeinde- und Landkreisebene, desto besser. Ehrenamtsbeauftragte auf Gemein deebene kennen ihre Vereine und Or ganisationen, können bei orts- oder gemeindespezifischen Fragen und An liegen unterstützen oder den Austausch und das Miteinander vor Ort fördern. Hauptamtliche Stellen auf Landkreise bene können dagegen übergreifende Themen aufgreifen, die viele Vereine gleichermaßen betreffen. Dazu zählen beispielsweise Fortbildungsangebote wie unsere „Vereinsschule“. Zudem profitieren wir als Teil der Landkreisverwaltung von kurzen We gen zu relevanten Fachstellen – von der Abfallwirtschaft bis zur Straßenver kehrsbehörde, die bei Veranstaltungen, Festen oder Projekten (zum Beispiel „Re pair-Cafés“) wichtige Ansprechpartner sind. Nicht zuletzt haben hauptamtliche Stellen zur Ehrenamtsförderung auf Landkreisebene einen kürzeren Weg zu ihrer Landrätin bzw. ihrem Landrat und dem Kreistag – alles wichtige Adressa ten für die Anliegen und Bedarfe von Ehrenamtlichen, Vereinen und anderen gemeinnützigen Organisationen.
den Vereine ausgefallen?
von Rhein: Die Evaluation am Pro jektende fiel generell sehr positiv aus. Die große Mehrheit der teilnehmenden Vereine bestätigte, ihre Ziele erreicht zu haben. Es konnten beispielswei se Vorstandsnachfolgen geklärt, Ver
Bild: Juliane Zitzlsperger
Dr. Gaby von Rhein
einsauflösungen verhindert, neue Mitglieder gewonnen oder auch die Öffentlichkeitsarbeit auf neue Beine gestellt werden. Zudem wurde rück gemeldet, dass das Projekt die Refle xion über die eigenen Vereinsbedarfe vergrößert, das Vereinsbild geschärft, die Motivation der Engagierten gestärkt und interne Strukturen sowie Abläufe verbessert habe. Mehr als drei Viertel der Befragten bewerteten das Coaching als sehr wertvoll für ihren Verein und als persönlich gewinnbringend. Welche wesentlichen Vorteile bietet eine hauptamtliche Ehrenamtsförderung auf Landkreisebene – z.B. im Vergleich zu Anlaufstellen in der Gemeindeverwaltung?
Das vollständige Interview finden Sie online. Hier gelangen Sie zum Projektleitfaden „Vereinscoaching im ländlichen Raum“.
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