Sportplatzwelt MAGAZIN | Ausgabe Nr. 1/2026
SPORTPOLITIK
lagen (7,3 %) und die Verbesserung der Barrierefreiheit (8,5 %) waren dabei im Vergleich deutlich seltener Teil der eingereichten Bewerbungen. Für die 28,2 % der Kommunen, die sich im ersten Projektaufruf nicht um eine Förderung beworben haben, wa ren vor allem finanzielle und zeitliche Aspekte zentrales Hemmnis: 50,7 % der Kommunen, die sich nicht um eine Förderung im Rahmen der Sport milliarde beworben haben, gaben an, dass die zugrundeliegenden Fristen viel zu kurz seien, um alle Unterlagen fristgerecht einzureichen. 34,2 % gaben zudem an, dass die in der Richtlinie vorgeschriebenen Eigenanteile und Mindestzuwendungen zu hoch seien, um angesichts der aktuell angespann ten Haushaltslage Projekte in einer geeigneten Größenordnung trotz staat licher Zuschüsse realisieren zu können. Die Tatsache, dass hier lediglich 5,5 % der befragten Kommunen angaben, derzeit keine entsprechenden Projekte geplant und sich deshalb nicht um eine Förderung beworben zu haben, zeugt indes davon, dass der Bedarf gegeben ist, durch die hohen Einstiegshürden der Sportmilliarde aber in Teilen kon terkariert wird. Stellt sich die Frage, wie Kom munen, die sich bis zum 15. Januar 2026 um eine Förderung beworben haben, dies angesichts knapper Fristen und der generellen Gemächlichkeit politischer Entscheidungsprozesse fristgerecht bewerkstelligt haben – schließlich lagen zwischen dem ersten Projektaufruf und der Frist zur Einrei chung aller Unterlagen nur rund drei Monate. Zu großen Teilen setzen die befragten Kommunen hier auf soge nannte „Schubladenprojekte“ – also Projekte, deren Planungs- und Bewil ligungsprozess zum Zeitpunkt der Be kanntgabe des Projektaufrufs bereits so weit fortgeschritten waren, dass der Antragsprozess und die politische Beschlussfindung nur noch Formsache waren. 60,4 % der Kommunen, die sich im Rahmen der Sportmilliarde um eine Förderung beworben haben,
haben solche „Schubladenprojekte“ eingereicht. Demgegenüber stehen 39,6 % der befragten Kommunen, die alle Planungs-, Genehmigungs- und Bewilligungsverfahren erst mit Be kanntmachung des ersten Projektauf rufs begonnen haben. Vor allem in kleineren Kommu nen erfolgte die Projektplanung, die politische Bewilligung und die an schließende Einreichung aller Unter lagen – insofern sich hier überhaupt Kommunen um eine Förderung be worben haben – meist deutlich kurz fristiger: Während Großstädte, die sich um eine Förderung im Rahmen der Sportmilliarde beworben haben, zu 70 % „Schubladenprojekte“ einge reicht haben und auch Mittelstädte (60 %) überwiegend auf bereits wei testgehend beschlussfertige Projekte beschränkten, wurden in Kleinstädten ganze 50 % der eingereichten Projekte erst mit Bekanntmachung des ersten Projektaufrufs begonnen. Vereinsanlagen im Hintertreffen? Die Sportmilliarde kann prinzipi ell auch für die Modernisierung und Sanierung von Vereinssportanlagen genutzt werden, das gesamte Antrags prozedere läuft allerdings weiterhin über die zuständige Kommune. Auch wenn die im Sportamtsreport 2026 befragten Kommunen angegeben hat te, sich angesichts der kurzen Fristen überwiegend mit eigenen „Schubla denprojekten“ beworben zu haben, sehen nur rund 40,5 % der befragten Kommunen insgesamt die Gefahr, dass kommunale Projekte Vereinsprojekten gegenüber bevorzugt behandelt wer den könnten. Auf der anderen Seite be fürchten 60,5 % der Kommunen, dass die Beantragung von Vereinsprojekten über die Kommune die Kommunen vor einen erheblichen personellen und zeitlichen Mehraufwand stelle, 57,5 % der Kommunen betonen, dass es ihre Verwaltung sehr entlasten wür de, wenn Vereine sich selbständig um eine Förderung bewerben könnten. Demgegenüber stehen insgesamt rund 38,6 % der befragten Kommunen, die
Sportmilliarde: Eingereichte Projekte
7,3 %
8,5 %
27,7 %
15,8 %
20,9 %
19,8 %
Neubau/Ersatzneubau/Erweiterungsbau Energetische Sanierungsmaßnahmen (Gebäudehüllen) Energetische Sanierungsmaßnahmen (Gebäudetechnik) Sonstiges Verbesserung der Barrierefreiheit Beleuchtungsmodernisierung
Quelle: Sportplatzwelt
Sportmilliarde: Gründe für Nicht-Bewerbung
9,6 %
5,5 %
50,7 %
34,2 %
Fristen zu kurz
Zu hohe Eigenanteile/Mindestfördersummen
Sonstiges Keine entsprechenden Projekte in Planung
Quelle: Sportplatzwelt
Kommunen, die sich im Rahmen des ersten Projektaufrufs zur Sportmil liarde um eine Förderung beworben haben, haben dementsprechend vor allem Großprojekte mit umfassenden Maßnahmen an der Gebäudesubstanz eingereicht: 27,7 % der Kommunen haben sich mit umfassenden Neubau-, Ersatzneubau- oder Erweiterungs bau-Projekten beworben, 20,9 % mit energetischen Sanierungsmaßnah men an der Gebäudehülle bzw. Fas sade sowie 19,8 % mit energetischen Sanierungsmaßnahmen an der Ge bäudetechnik (z. B. RLT-Anlagen). Die Modernisierung von Beleuchtungsan
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