Sportplatzwelt MAGAZIN | Ausgabe Nr. 1/2026

MITGLIEDER & EHRENAMT

ten vielen Amateurvereinen teils strenge „Harzverbote“ in kommunalen Hallen immer wieder Probleme. Wie bewertet der DHB die derzeitige Lage und welche Lösungen gibt es hier? Schober: Die Regelungen im Hand ball sind eindeutig und bundesweit verbindlich: Alle Spiele ab der höchs ten Klasse eines Landesverbands sind mit Harz zu spielen. Darunter kann ohne Haftmittel und mit einem kleineren Ball gespielt werden. Die Amateurvereine können dies selbst entscheiden, die Spitze nicht. Zur Handhabung von Harz hat der DHB eine umfangreiche Handreichung er lassen. Wesentlich sind bei der Ver endung von Harz die Reinigung der Hallen und der verantwortungsbe wusste Umgang. Findet beides statt, ist eine Verwendung möglich und sport lich im Leistungsbereich unerlässlich. Der Reinigungsaufwand ist sicher nicht zu unterschätzen, jedoch ins Verhältnis zu setzen mit dem Nutzen, den Hand ballvereine für Kommunen haben. Im Leistungshandball ist Harz genauso wie die Tore nicht wegzudenken.

Bild: Kenny Beele/DHB

Heimturniere können zum Mitgliederwachstum beitragen.

Welche konkreten Effekte auf Mit gliederzahlen und ehrenamtliches En gagement erwartet der DHB infolge der jüngsten Erfolge der Herren- und Damennationalmannschaften? Welche Erfahrungen hinsichtlich der Effekte solcher Sportgroßveranstaltungen gibt es aus der Vergangenheit? Schober: Nachweislich kommen mehr Kinder zum Handballsport, wenn wir erstens sportlich erfolgreich sind und es zweitens eine hohe Aufmerk samkeit durch Heimturniere gibt. Es bleiben allerdings die beiden gro ßen Herausforderungen der fehlenden oder schlechten Halleninfrastruktur so wie der fehlenden Trainerinnen und

Trainer. Seit der EHF EURO 2024 ha ben wir daher deutschlandweit eine Kinderhandballtrainer-Ausbildung etabliert mit bisher über 7.000 Teilneh menden in unserer DHB-Online-Aka demie. Das ist nur eines von vielen Beispielen, wie wir solchen Missstän den proaktiv entgegenwirken. Wir haben also bewiesenermaßen in Turnierjahren signifikant mehr Mitglieder gewonnen. Dabei waren es sogar – unab hängig von der Art des Turniers – immer etwas mehr Mädchen als Jungs. Spon soreninteresse und Hallenauslastung steigen auch in der Breite. Das ist aber eher ein durch viele Rückmeldungen ge stütztes Gefühl als eine wissenschaftlich abgesicherte Erkenntnis. Welche konkreten Maßnahmen und Programme hat der DHB im Rahmen vergangener Turniere umgesetzt, um die Mitgliedergewinnung zu unterstüt zen, ehrenamtliches Engagement zu stärken und Vereine sowie Landesver bände aktiv einzubinden? Welche Rolle spiele dabei lokale Aktivierungsmaß nahmen in den Ausrichterstädten? Schober: Sehr, sehr viele – und dies tun wir seit mehreren Jahren nicht nur im Umfeld der Turniere, sondern ganzjährig. Beispiele sind die Grundschulaktionstage mit 

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