Sportplatzwelt MAGAZIN | Ausgabe Nr. 1/2026

NACHHALTIGKEIT

Vereine zu stärken und die Entwicklung tragfähiger, langfristig verankerter demokratischer Strukturen voranzu bringen und dadurch eben Zusam menhalt durch Teilhabe ermöglichen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf strukturschwachen Regionen in Nord- und Ostbayern (Ober- und Unter franken, Oberpfalz und Niederbayern), in denen Sportvereine eine besonders exponierte Rolle spielen. „Für Sport vereine aus den Schwerpunktregionen ist unser Angebot kostenfrei“, erklärt Eva Straub. „In den anderen Regionen Bayerns prüfen wir die Förderungs- und Teilnahmebedingungen für den jeweiligen Verein und stimmen uns mit den Interessenten ab.“ Die gute Nachricht: Eigentlich lie gen Sportvereine im Trend. 2025 zählte der organisierte Sport Deutschland erstmals mehr als 29 Millionen Mit gliedschaften, allein fünf Millionen in Bayern (so viele wie noch nie!). Sport lebt maßgeblich vom Ehren amt. Doch da liest sich die Statistik weniger verheißungsvoll. Laut Spor tentwicklungsbericht 2023-2025 der Sporthochschule Köln sieht sich heute jeder sechste Verein in seiner Existenz bedroht, weil er Probleme damit hat, ehrenamtlich Engagierte zu finden und im Verein zu halten. Gerade junge Men schen in Vereinen beklagen in diesem Zusammenhang immer öfter fehlende Mitbestimmung, mangelnde Sicht barkeit und einen zu geringen Bezug zur Lebensrealität junger Zielgruppen Der gelebte Alltag in Sportvereinen im Visier „Es gibt eine enge Verbindung von Demokratie und Sport. Wir helfen Ver einen, unter diesen herausfordernden Bedingungen ihr Miteinander stark, le bendig und zukunftsfähig zu gestalten und dabei das Ehrenamt gezielt zu för dern“, sagt Eva Straub, stellvertretende TSB-Vorsitzende und verantwortlich für das Projekt. Die Themen und Mit machangebote reichten von Kom munikation und Konfliktkultur über

Teilhabe und Mitgestaltung bis hin zu Gewaltschutz und Prävention. „Sport vereine sind Orte, an denen Menschen Vereinsleben aktiv mitgestalten. Egal ob auf dem Spielfeld, im Training, in der Kabine oder bei der Mitglieder versammlung“, so Straub. Auf dem Weg dorthin würden Verantwortliche und Engagierte vor Ort begleitet, zum Beispiel in Workshops, durch Beratung und mit praxisnahen Methoden der Vermittlung. „Die Stärkung des Vereins und eines achtsamen und wertschät zenden Miteinanders, bleibt nicht an Einzelnen hängen, sondern wird so im Verein verankert, dass es auch mit per sonellen Wechseln weitergeht. Unser Ziel ist es, das Vereinsleben einfacher, klarer und erfüllender zu machen: Füh rungspersonen sollen dazu entlastet werden, Mitglieder sich einbringen können und der Zusammenhalt im Verein gestärkt werden, denn genau das macht den Sport stark“, erläutert Eva Straub das Konzept. Im Zentrum der Projektarbeit steht für TSB die Verbindung von demokra Jetzt aktiv werden! Die Angebote im TSB-Projekt „Sport schafft Werte“ richten sich unabhän gig von Sportart und Größe an alle Vereine. Mitmachen können aber auch bestimmte Gruppen wie z. B. Schiedsrichter/innen. Der (Förder) schwerpunkt des Projekts liegt in Ost- und Nordbayern. Da der Förder geber insbesondere strukturschwa che Regionen unterstützt, ist hier ist die Teilnahme kostenfrei. In anderen Regionen Bayerns prüft TSB die Teil nahmemöglichkeiten und stimmt sich direkt mit dem jeweiligen Verein direkt ab. Ob Einstieg oder Weiterentwick lung: Ziel ist immer die nachhaltige Stärkung des Vereinslebens vor Ort. Weitere Informationen, Beispielprojekte und Kontakt: www.werte-im-sport.de

Bild: TEAM Sport-Bayern e.V.

TSB begleitet Vereine in Workshops.

tischen Werten mit der Lebenswelt Sport. Es geht den Projektverant wortlichen nicht nur um Regeln oder Strukturen, sondern um Haltung im All tag, um Fairness, Respekt, Verantwor tungsbewusstsein. Und zwar in allen Vereinsbereichen: im Spiel, in der Ka bine, bei der Mitgliederversammlung. „Demokratie beginnt und endet nicht im Grundgesetz, sondern in der Halle, auf dem Platz, im Vereinsheim“, sagt Straub. „Wenn Menschen dort erleben, dass sie gehört werden, mitgestalten können und Teil eines respektvollen Miteinanders im sicheren Raum sind, dann ist das gelebte Teilhabe, die der Sport vorbildlich auch für die gesamte Gesellschaft vorleben kann.“ Impulse aus der Praxis für die Praxis „Sport schafft Werte“ will hier ver mitteln: mit Impulsen zur Entlastung von Führungspersonen, zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts und zur Aktivierung bisher unbeteiligter Grup pen. „Dazu vermittelt das Projekt nicht irgendwelche Schablonen, sondern mit individuell entwickelten Konzepten, die dann auch tatsächlich zur Größe, Struktur und Kultur des jeweiligen Vereins passen. Unterstützt wird die Arbeit von Regionalbetreuer/innen, die den direkten Draht zu den Vereinen halten“, erklärt Eva Straub. Die ersten Erfahrungen aus dem Projekt zeigten: „Wer Werte zeigt, gewinnt Vertrauen. Und wer Vertrauen schafft, gewinnt Engagement, im Sport wie auch in einer freiheitlichen, auf demokratischem Miteinander gebauten Gesellschaft.“ 

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