Sportplatzwelt MAGAZIN | Ausgabe Nr. 1/2026

MITGLIEDER & EHRENAMT

eine hohe Zusatzbelastung. Prozesse mussten angepasst und Ressourcen gezielt umgelenkt werden. Die hohe Taktung im Startjahr führte teilweise zu schwankenden Teilnehmerzahlen. Trotz partizipativer Themenwahl zeigte sich, dass eine sehr hohe Frequenz auch zu einer gewissen Überforderung führen kann. Hier lernen wir für die Zu kunft und werden Intensität und Nach haltigkeit sorgfältig ausbalancieren. Sportbezogene Ausbildungen sind zeitintensiv. Dennoch konnten wir eine deutlich höhere Quote an Qualifizie rungen als in den Vorjahren erreichen. Eine verbesserte Kommunikation über vorhandene Angebote spielte dabei eine entscheidende Rolle. Widerstände im klassischen Sinne gab es dabei kaum. Vereinzelt be stand Sorge hinsichtlich zusätzlicher Belastung, doch die strategische Priorität des Projekts war im Verein klar verankert. Wie bewerten Sie das Endergebnis – insbesondere hinsichtlich der nachhal tigen Bindung und Gewinnung (junger) Ehrenamtlicher? Inwieweit kann Ihr Projekt als „Blaupause“ für andere Vereine dienen? Humcke: Bereits jetzt sehen wir deutliche Effekte: Mehr Anmeldungen für Qualifizierungen und Veranstaltun gen, mehr junge Menschen im Engage mentprozess, eine höhere Beteiligung in unterschiedlichen Altersgruppen, eine stärkere Identifikation mit dem Gesamtverein, eine intensivere und abteilungsübergreifende Zusammen arbeit sowie eine spürbar veränderte Wertschätzungskultur. Der Verein wird nicht mehr als Zu sammenschluss einzelner Abteilungen wahrgenommen, sondern als gemein samer Organismus. Formate wie ab teilungsübergreifende Kooperationen und Austauschmöglichkeiten stärken dieses Bewusstsein. Das Verhältnis zwischen Jugend und Vorstand hat ich fundamental verbessert. Projekte lassen sich schneller und zielgerichte ter umsetzen.

Das 6-Säulen-Modell von „Vereinsheld 2025“

1. Engagement-Events: Monatlicher Heldentreff

4. Vorteile für Vereinshelden: Helden+ Die Rahmenbedingungen für Ehren amtliche wurden gestärkt, die Eh renamtskarte beworben, zusätzliche Benefits vorgestellt und rechtliche Informationen transparent gemacht. Humcke: „Wertschätzung bedeutet, Vorteile sichtbar zu machen.“ Der „Tag des Sports“ wurde zum Sportehrentag mit Ehrenamtsfokus weiterentwickelt. Neue Auszeichnun gen und eine dauerhafte Anerken nungskultur fördern Wertschätzung; regelmäßige Feedbackgespräche un terstützen dies. 6. Junges Ehrenamt: NextGen Heroes Durch Coaching, verdoppelte Mittel für Jugendgremien und echte Mitgestal tungsmöglichkeiten entstand eine neue Form der Jugendpartizipation. Jugend liche wirken aktiv an strategischen Pro zessen und Strukturentwicklungen mit. 5. Anerkennung und Würdigung: Ein Applaus für Vereinshelden

In der monatlichen Veranstaltungsrei he tauschen sich die Ehrenamtlichen zu selbst gewählten Themen aus. Ziel: Austausch, Vernetzung und Identifika tion fördern und die 23 Fachabteilun gen stärker zusammenführen.

2. Qualifizierungsoffensive: Heldenakademie

Nachhaltigkeit bedeutet für uns: Stabile Ehrenamtsbindung, konti nuierliche Gewinnung junger En gagierter, weiterhin gut besuchte Veranstaltungen, geringe Fluktuation und eine strategische Verankerung der Ehrenamtsförderung über viele Jahre hinweg. Über den LSB und Inhouse-Angebote fanden „Kurz und gut“-Seminare zu Prävention, Vereinsrecht, Digitalisie rung, Kommunikation und Sicherheit statt; ergänzt durch Erste-Hilfe-Kur se und Schulungen zur Nutzung der Sportanlagen. Ziel: Fachwissen leicht zugänglich machen. Der Verein hat seinen Aus- und Fort bildungsetat verdoppelt und gezielt in Übungsleiter- und Sporthelferqua lifikationen investiert. Bereits qualifi zierte Ehrenamtliche wurden aktiv zu Zusatzqualifikationen motiviert. Die Teilnahmequote ist deutlich gestiegen. 3. Kompaktseminare: Impulse für Helden

Weitere Informationen: www.tgherford.de/vereinsheld

Unser Modell kann grundsätzlich übernommen werden. Entscheidend ist jedoch der ganzheitliche Ansatz. Ein zelmaßnahmen greifen zu kurz. Wer „Vereinsheld“ adaptieren möchte, sollte das Gesamtkonzept übernehmen und ge gebenenfalls in Intensität und Umfang an die eigene Vereinsgröße anpassen. 

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