Sportplatzwelt MAGAZIN | Ausgabe Nr. 1/2026

SPORTPOLITIK

D en allgemeinen Zustand der ihnen zur Verfügung stehenden Sportstät ten (kommunale und vereinseigene) bewerteten die im Vereinsreport 2026 befragten Groß sportvereine durchschnittlich mit 3,21 auf einer Skala von 1 bis 5. Dabei se hen die befragten Vereine vor allem beim Thema Nachhaltigkeit (2,38) und Barrierefeiheit (2,72) erhebliches Verbesserungspotenzial. Stellt sich die Frage, ob die „Sportmilliarde“ hier für spürbare Verbesserungen sorgen kann – vor allem angesichts der Tatsache, dass Sportvereine ihre

Förderanträge weiterhin über die zu ständige Kommune stellen müssen? Im Vereinsreport 2026 zeigen sich die Auswirkungen dieser förderrechtlichen Entscheidung des Bundes: Während Kommunen den ersten Projektaufruf in erster Linie dazu genutzt haben, beschlussfertige „Schubladenprojekte“ einzureichen (siehe Sportamtsreport 2026 in diesem Magazin), haben die meisten im Vereinsreport befragten Großsportvereine, die zweifelsohne der größte Träger vereinseigener Sport stätteninfrastruktur in Deutschland sind, von einer Bewerbung in der ers ten Förderphase abgesehen. Lediglich

85,7 % hätten sich um eine Förderung beworben, wenn der erste Projekt aufruf Vereinen direkt zugänglich gewesen wäre.

 bung wurden vor allem die zu kurzen Antragsfristen des ersten Projektauf rufs (80,8 %), die fehlende Unterstüt zung seitens der Kommune aufgrund personeller Engpässe in der Kommu nalverwaltung (66,7 %), die Befürch tung, kommunale Projekte könnten bevorzugt behandelt werden (50,0 %) sowie intransparente Antrags- und Vergabeprozesse (48,1 %) genannt. 40,7 % der Vereine, die sich nicht be worben haben, sind zudem der An sicht, dass die Mindestanforderungen an technische Infrastruktur, energe tische Effizienz und Barrierefreiheit die Bedarfe des Vereins übersteigen würden. Fehlende personelle Kapazitä ten im Verein (23,0 %) sowie fehlende Eigenmittel (22,2 %) stellen dabei nur in rund einem Viertel der Vereine ein Hemmnis für eine Bewerbung dar. Mit längeren Vorlaufzeiten und einigen Anpassungen an der Richtlinie könn te die angekündigte zweite Tranche der Sportmilliarde aber auch bei den Vereinen ankommen: 67,8 % der be fragten Vereine gaben an, sich in einer späteren Förderperiode bewerben zu wollen; ganze 85,7 % der Vereine, die sich im ersten Projektaufruf nicht be worben haben, gaben an, sie würden sich um eine Förderung bewerben, wenn die Mittel Sportvereinen direkt zugänglich wären und sie nicht den Umweg über die Kommunalverwal tung gehen müssten. ein Drittel der befragten Vereine hat sich im ersten Förderaufruf mit einem vereinseigenen Projekt beworben. Als Gründe für eine Nicht-Bewer

85,7 %

80,8 %

67,8 %

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Quelle: Sportplatzwelt

SPORTPLATZWELT MAGAZIN 1/2026 | 31

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